Bibliothek und Archive

Die Bibliothek des Heimatkreisvereins Bilin ist in den Heimatstuben des Vereins in Gerolzhofen untergebracht. Gemäß der Zielsetzung der Vereinssatzung will sie vor allem den Mitgliedern Unterstützung bei deren Aktivitäten zur Heimatpflege und -forschung geben.

Heimatkreisbibliothek des Heimatkreises Bilin

Die Bibliothek des Heimatkreisvereins Bilin befindet sich in den Heimatstuben des Vereins in Gerolzhofen. Sie wird vom „Institutum Bilinense“ betreut. Der Zielsetzung der Vereinssatzung entsprechend gibt sie vor allem den Mitgliedern des Heimat-vereins Unterstützung bei deren Heimatpflege und -forschung.

Die Bibliothek umfasst über 3.500 Bände, die vor allem aus den Stiftungen von Franz Liehm, Ferdinand Smetana und Franz Gobst stammen. Die Schwerpunkte der Bibliothek beziehen sich auf die Geschichte und Kultur des Heimatkreises Bilin und des nordböhmischen Raumes. Auch sind zahlreiche übergreifende Werke aus der deutschen und böhmischen Geschichte sowie eine große Anzahl von einschlägigen Monographien zur Politik, Literatur und Kultur des Sudetenlandes vorhanden. Zur Bibliothek gehören zudem mehrere Sammlungen von Heimatzeitungen und Heimatzeitschriften. Die Bestände der Bibliothek sind katalogisiert und nach Sachgebieten geordnet. Der Zugang zu den Beständen der Bibliothek geschieht durch
- den alphabethischen Katalog
- den Standortkatalog sowie
- den Katalog der Periodika (Schriftenreihen, Zeitungen, Zeitschriften)

Die Bibliothek ist eine Präsenzbücherei mit Kopiermöglichkeiten und einem EDV-Zugang. Sie steht den Mitgliedern des Vereins unentgeltlich zur Verfügung. Die Bibliothek ist an dem jährlich stattfindenden Heimattagen und Heimattreffen geöffnet. Eine Fernleihe ist zur Zeit nicht möglich.

Zuständiger Bibliothekar: Prof. Dr. Georg Wodraschke, Neuer Weg 27 a. 96489 Niederfüllbach. Telefon 09565 – 615467,  georgwodraschke(at)gmx(dot)de.

Förderer der Bibliothek des Heimatkreisvereins Bilin

Franz Gobst - Heimatforscher und Publizist

Franz Gobst wurde am 1. August 1928 in Radowesitz bei Bilin geboren und nach seinem Realschulabschluss als Flakhelfer zum Militärdienst eingezogen. Nach der Vertreibung aus seiner böhmischen Heimat begann er in Bitterfeld die Ausbildung zum Industriekaufmann und übersiedelte 1952 nach Hessen. In Hanau war er in der Firma Heraeus bis zu seiner Pensionierung als Abteilungsleiter im kaufmännischen Bereich tätig. Von 1975 bis 2003 übernahm Franz Gobst das Amt des Heimatkreisbetreuers für Bilin. In dieser Zeit galt sein Interesse der Sammlung von heimatkundlichen Archivalien des Heimatkreises Bilin sowie der Betreu-ung der Kreisbiliner. Durch seine vielfältige Mitarbeit im „Heimatruf“ der Sudetendeutschen Zeitung stand er im regen Gedankenaustausch mit zahlreichen Heimatforschern. In intensiver Arbeit redigierte Franz Gobst mit Unterstützung des sachkompetenten Heimatforschers Heinz Nerlinger und anderer heimatverbundener Biliner das Heimatbuch „ Bilin - Unser Heimatkreis“, das zu den besten Heimatbüchern des Sudetenlandes zählt. Zu seiner publizistischen Arbeit gehört auch die Herausgabe der neu edierten „Sagen und Schilderungen des Mittelgebirges. Radelstein-sagen“. In ständiger Kommunikation mit vielen Kreisbilinern baute er die Anschriftendatei der vertriebenen Kreisbiliner und eine umfangreiche Bibliothek auf, die heute bedeutende Bestandteile des Biliner Heimat-kreisarchivs in Gerolzhofen sind. Von 1986 bis 1997 übernahm er zudem den Vorsitz des Heimatkreisvereins Bilin. 1991 erreichte Franz Gobst für den Heimatkreis Bilin die Patenschaft der Stadt Gerolzhofen.

Franz Liehm - Pädagoge und Heimatforscher

Franz Liehm wurde am 11. März 1923 in Bilin geboren und besuchte nach der Volksschulzeit die höheren Schulen von Mariaschein, Dux und Altenberg. Als Sanitäter wurde er an der Ostfront schwer verwundet und kam im März 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die anschließende Lehrerausbildung in Regensburg musste er aufgrund einer schweren Erkrankung unterbrechen und konnte diese erst 1954 in München abschließen. Von 1955 bis 1964 unterrichtete er sehr erfolgreich an der „Bergschule“ Wall bei Oberaudorf. In der Folgezeit leitete er als Rektor bis zu seiner Pensionierung die Haupt-schule in Rosenheim. Dort verstarb er am 22. August 1987. Als sachkundiger und engagierter Mitarbeiter des Biliner Heimatbuches und unermüdlicher Sammler und Archivar des sudetendeutschen Kulturgutes setzte er die verdienstvolle Kulturarbeit der Biliner Lehrerschaft in der alten und neuen Hei-mat fort. Seine umfangreiche Bibliothek übergab er dem Heimatkreisverein Bilin und legte damit den Grundstein zur Biliner Heimatkreisbibliothek in Gerolzhofen.

Karl Smetana - Pädagoge und Heimatforscher

Als ältester Sohn des Bürgermeisters Smetana wurde Karl Smetana am 25. März 1899 in Bilin geboren. Nach der Ausbildung zum Lehrer widmete er seine gesamte Zeit und Energie der pädagogischen und kulturellen Arbeit der Stadt Bilin. Seine Name ist eng mit der nordböhmischen Jugend, insbesondere mit der Wander- und Erneuerungsbewegung der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts verbunden: Er war Mitbegründer des sudeten-deutschen Jugendherbergswerkes, Organisator zahlreicher Dichterlesungen, Bücher- und Bilderausstellungen, Herausgeber eines zweibändigen Heimat-werkes, Initiator des Freilichttheaters am Borschen und des Heldendenkmals im Biliner Stadtpark. Als Lehrer engagierte er sich im Rahmen seiner heimat-kundlichen Forschungen für die mediendidaktische Arbeit im Schulunterricht und in der Erwachsenenbildung arbeitete lange Jahre im Hauptausschuss für Volksbildung und Volkserziehung im „Bunde der Deutschen“ erfolgreich mit. Sein besonderes Verdienst lag in seinem Engagement für lernschwache und behinderte Kinder. Die Biliner Sonderschule, zu deren Rektor er noch in Bilin ernannt wurde, war sein Lebenswerk. Nach der Vertreibung aus seiner Vaterstadt leitete eine Sonderschule in Oberbayern und unterstützte zusam-men mit seinem Bruder Dr. Friedrich Smetana die Forschungsarbeiten seines Vaters. Seine profunden Kenntnisse auf dem Gebiete der Heimatforschung und des Naturschutzes brachte er als Mitautor in das Biliner Heimatbuch „Bilin- unser Heimatkreis“ ein. Der humanistisch gesinnte Heimatforscher Karl Smetana starb am 12. September 1985 am Tegernsee.


Standortkatalog

Alphabetischer Katalog der Heimatbibliothek 


Archive

Die Archive des Heimatkreisvereins beinhalten publizistische und archivarische Sammlungen, die von der Sache her nicht abgeschlossen sind. Sie müssen ständig ergänzt, ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.


Übersicht der Sammlungen